Tagungen

Medizinische Versorgung über räumliche Distanz

Tagung zu Telemedizin und Kommunikation – Erfolgreicher Studiengang Medizininformatik

Nach der Tagung zur Elektronischen Gesundheitskarte vor zwei Jahren war die diesjährige Veranstaltung die zweite zum Thema Gesundheit in der Tradition der vom BürgerServiceNetz mit der Alcatel-Lucent-Stiftung ausgerichteten Tagungen. Eine tiefgehende Einschätzung zu den aktuellen technologischen und politischen Entwicklungen der Gesundheitstelematik gab auch in diesem Jahr wieder der Mentor und Akteur dieser Szene, Dr. Christoph Goetz, von der kassenärztlichen Vereinigung Bayern. Aus der Sicht der für die Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte verantwortlichen Gesellschaft Gematik stellte Sven Marx den erreichten Stand und die weiteren Perspektiven dar.
Der Bachelor-Studiengang Medizininformatik im Fachbereich Informatik und Medien startete zum Wintersemester 2007/2008 an der FHB und ist mittlerweile sehr nachgefragt. Wie die Beauftragte für Medizininformatik, Prof. Dr. Gabriele Schmidt, in ihrem Vortrag mitteilte, ist ein konsekutives (fortführendes) Master-Angebot in Vorbereitung. Durch die von der Städtisches Klinikum Bran-denburg GmbH gestiftete Professur, die in Kürze besetzt werden wird, und die bereits vorhandene Professur von Dr. Thomas Schrader ist eine gute personelle Ausstattung des Studiengangs gewährleistet. Zusätzlich zur wissenschaftlichen Lehre liegt ein weiterer Schwerpunkt auf medizintechnischer Forschung und Entwicklung. Neben mehreren Projekten zur Verwaltung von medizinischen Dokumenten und zur Telekonsultation verfolgen Prof. Dr. Schrader und Prof. Dr. Harald Loose unter anderem Ideen in der Signal- und Bildverarbeitung: Das Projekt „Pocket EEG“. beinhaltet die Konzeption und das Design eines tragbaren Elektronenenzephalogramms zur Untersuchung von Schlafstörungen. Demnächst soll auch die psychophysiologische Untersuchung von Medienwirkungen am Beispiel von Computerspielern erforscht werden.

Unter dem Titel „Mündige Patienten – wie erreichen wir sie?“ informierte Prof. Dr. Dietmar Wikarski (Studiengang Wirtschaftsinformatik im Fachbereich Wirtschaft) u.a. über die neueste Entwicklung im BürgerServiceNetz: Die über das Internet verbundenen barrierefreien elektronischen Kioske mit standortorientierter Benutzeroberfläche sollen zu so genannten GesundheitsKiosken weiterentwickelt werden. „Traditionelle“ BürgerKioske stehen seit mehreren Jahren auch den Patienten des Städtischen Klinikums Brandenburg zur Verfügung.

Neben einem spannenden Bericht über personalisierte vernetzte eHealth-Technologien (Frau Prof. Dr. Astrid Böger, BTU Cottbus), der Darstellung des aktuellen Standes der Telemedizin (Frau Kujumdshieva-Böhning, iDoc - Institut für Telemedizin und Gesundheitskommunikation) und einer eindrucksvollen Präsentation der erfolgreichen telemedizinischen Versorgung herzkranker Patienten (Prof. Dr. Michael Oeff, Städtisches Klinikum Brandenburg) wurden das im Fokus der Tagung stehende Thema der Kommunikation im medizinischen Bereich (Prof. Dr. Thomas Enzmann, Städtisches Klinikum Brandenburg) anschaulich illustriert.
Der aktuelle und tiefgehende Beitrag von Prof. Dr. Eberhard  Beck zur Prozessmodellierung im Krankenhaus gab den Auftakt zum sehr zukunftsträchtigen Thema der Prozessmodellierung im Gesundheitswesen, das am Ende der Tagung in einer offenen Diskussion des Auditoriums weiter geführt wurde und möglicherweise das Thema einer Nachfolge-Tagung sein wird.
Als ebenfalls sehr zukunftsträchtig und prädestiniert für den Ausbau der Kooperation zwischen Klinikum und FHB sowie den Vereinen „Gesund in Brandenburg“ und „BürgerServiceNetz“ erwies sich der gemeinsame Beitrag der Betriebsärztin des Klinikums Frau Ute Wolf und Studentin Antje Bogedaly zum Präventionskatalog und der Entwicklung einer entsprechenden Gesundheits-plattform im Internet.

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